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Chawerut PartyWie versprochen sind nun weitere Fotos (Danke, Bernie) und der Bericht (Danke, Nadja) online. Viel Spaß damit!

Die Fotos sind in der Photo Gallery. Lies’ den Bericht weiter unten:

Danke für die Kraft und das Herzblut

„Danke dafür, dass jeder einzelne seine Freizeit und Kraft und Herzblut in dieses Projekt und in die weiteren Projekte der jüdischen Jugendarbeit investiert!“. Das sind die Abschlussworte bei der Besprechung nach dem dreitätigen Mini-Machane in Duisburg. Von Freitagnachmittag bis Sonntag drei Uhr war das Gebäude der jüdischen Gemeinde Duisburg/Mülheim/Oberhausen gefüllt mit jungem Leben. Kindergeschrei, schlaflose Nächte für die Kinder, aber auch für die Betreuer, und viele neue Freundschaften waren angenehme Nebenwirkungen am vergangenen Wochenende…

Über zwanzig Kinder aus dem Landesverband Nordrhein im Alter von neun bis 14 Jahren haben uns an dem besagten Wochenende besucht, um gemeinsam eine tolle Zeit voller Jüdischkeit und Spaß zu verbringen. Angereiste Gruppen aus den Nachbargemeinden in Aachen, Düsseldorf, Krefeld und Wuppertal haben geholfen, das Machane „Chawerut“ – hebräisch Freundschaft – zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen.

„Esch“ – das ist der Name des Jugendreferates des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Nordrhein. „Esch“ ist hebräischen, bedeutet „Feuer“ und steht symbolisch für das Feuer der Jüdischkeit in jedem Einzelnen. „Ein Feuer muss aber auch gepflegt werden!“, heißt es auf der Homepage des Jugendreferates. „Mit vielen Aktionen, Events und Mini-Machanot tun wir das.“ Schreibt der Jugendreferent des Landesverbandes Gabriel Goldberg. Erst im letzten Jahr ist der 32-Jährige Nordrheiner in der Kinder- und Jugendarbeit durchgestartet. Durch seine Bereitschaft und viel Elan lässt er die Herzen höher schlagen und versucht er erfolgreich, die Jugendarbeit in den Gemeinden aufblühen zu lassen. Er gibt uns Hoffnung, dass die „Veralterung“ der jüdischen Gemeinden vielleicht doch nicht mehr als ein Gerücht sei.

„Freundschaft“, das war das Leitwort, ein roter Faden, durch die drei Tage. Ob bei dem Abendprogramm, welches die Betreuer (Madrichim) vorbereitet hatten, oder bei dem Schabbat-Programm am Freitagabend und am Samstag. „Die Freundschaft siegt“, ist das ultimative Motto gewesen und „ohne Freundschaft geht´s einfach nicht“ – das war dann die Schlussfolgerung der Kinder.

Das mit Abstand religiöseste Erlebnis für die Kinder war die schöne Schabbat-Feier. Einige der Kinder waren noch nie, oder nur ein einziges Mal in der Synagoge. Andere Mädchen und Jungen wiederum besuchen jeden Freitag und Samstag das Gebetshaus in ihrer Heimatstadt. Wie etwa Avi und Jonathan aus Düsseldorf. „Ich bin jeden Freitag da!“, ruft Jonathan stolz, als die Betreuer vor Schabbat-Beginn ein wenig über die Bedeutung des Ruhetages erzählen wollen. Jonathan weiß viel über seine Religion: „Ich bin stolz drauf, jüdisch zu sein“, sagt der 12-Jährige.

Für die kleine Daria aus Duisburg ist es an diesem Freitag das erste Mal in der Synagoge. Ihre Eltern sind nicht religiös. Sie begrüßen es jedoch, wenn sie mehr über ihre Religion erfährt und sich mit anderen jüdischen Kindern anfreundet. Deshalb ist sie da. Nun sitzt sie in der Synagoge, oben mit den anderen Frauen und Mädchen und will wissen, warum Rabbiner Zinvirt immer singt. Doch nach einigen Minuten und einen kurzen Zögern, stimmt sie mit ein und fühlt sich wohl mitten unter den jüdischen Menschen – unter ihren Menschen.

Einen thematischen Gegensatz zu dem Programm am Freitagabend bildet das Abendprogramm am Samstag. „Box for Friends.“ Boxen für Freunde so das Credo des Unterhaltungsprogramms der Düsseldorfer Madrichim für die Kinder am Samstagabend. Was auf den ersten Blick nicht besonders vertrauenswürdig klingt, stellt sich als ein Riesenspaß heraus. Die Kinder sind begeistert. Es wird gekämpft, aber nicht auf übliche Art und Weise. Die Jungen und Wilden sind gefragt, bei den kleinen Wettbewerben ihre Aufmerksamkeit, ihr Wissen und ihre Kreativität unter Beweis zu stellen, also kein körperlicher Kampf.

Etwas entspannter geht es dann am Sonntag zu. Ein Spaziergang durch den Duisburger Zoo verleiht zum Abschluss allen Teilnehmenden ein angenehmes Gefühl von Müdigkeit. Giraffen und Elefanten, das mag jedes Kind, egal ob groß oder klein, ob Mädchen oder Junge, ob religiös oder nicht… Das große Highlight sind aber die Gorilla-Babys. „Wie süüüß!“, kreischen die Kinder im Chor kurz bevor es Zeit wird, sich auf den Rückweg zu machen.

Zurück in der Gemeinde wird gepackt, aufgeräumt und Nummern ausgetauscht. „So viele neue Leute kennen gelernt!“, freut sich Erich aus Wuppertal, „An dieses Machane werde ich mich noch lange erinnern!“. Schnell noch ein Abschlussfoto: Alle die Daumen hoch, wie abgesprochen.

„Die Kinder fanden es toll!“, sagt der Leiter des Duisburger Jugendzentrums Oleg bei der Abschlussbesprechung, als die Kinder weg sind. „Sie kommen wieder“, hofft Gabriel Goldberg. „Ja, nach so einem Erlebnis kommen sie wieder… Danke für die Kraft und das Herzblut!“. Einen großen Schkojach an alle, die da waren.

Text von Nadja

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